Dank Murphy gibt es keine besseren Menschen!

Das mag für den einen eine tapfere Behauptung sein, für mich ist es die Einsicht in die Notwendigkeit des Seins. Denn wie ist es sonst möglich zu erklären, warum diese zentrale Gesetzmäßigkeit If anything can go wrong, it[1] will einen apodiktischen[2] Charakter aufweist.

Um es an einem mehr oder weniger konkreten Beispiel klar zu machen. Wie oft kommt es vor, dass sich die Pforten der Erkenntnis schließen, kurz bevor man selbst ankommt, um einzutreten? Oder der Gestalt nach, warum schaffen es Menschen ganz hervorragend ihren eigenen Lebensraum zu zerstören? Die Beantwortung dieser Fragen ist nun kein Problem mehr, da die Antwort vollständig bekannt ist und noch dazu einen anwendbaren Charakter aufweist. Dies ist nicht immer gegeben, wie das Beispiel 42[3] zeigt.

Die Konsequenz dieser Erkenntnis ist ebenso beachtlich, wie schauerlich, denn wenn man dieses Funktionsprinzip sehr abstrakt anwendet, dann erscheint auch die Menschwerdung in einem ganz anderen Licht. Demzufolge ist eine Zeugung immer gerade das Ereignis, welches zwar noch zu dem Ergebnis des Menschen führt, dieser aber stets das schlechteste mögliche Ergebnis darstellt. Damit ließe sich ebenso indirekt beweisen, warum sämtliche Theorien, die ein positives Menschenbild voraussetzen unweigerlich scheitern müssen. Denn wo sollte die Moral, als Vorreiter dieser positiven Stimmung herkommen?

In meiner Schrift zur Substitution von Gefühlen musste ich schlussendlich anerkennen, dass wenn Vertrauen im Spiel ist, die Moral auch nicht unweit davon um die Begriffe schleicht, nur bestand zu diesem Zeitpunkt noch keine Einsicht in die Tatsache, dass die Moral das eigentlich perverse ist, denn sie wiederstrebt Murphys Gesetz. Demnach ist auch nachvollziehbar, warum es heißt, dass es schlechten Menschen immer gut geht. Es ist einfach die Konsequenz daraus, wenn man im Einklang mit einer universellen Gesetzmäßigkeit lebt und somit dem Wesen des Seins nach handelt. Aus all diesen Anmerkungen und Herleitungen folgt ebenso, dass Vertrauen nur eine Einbildung darstellt, denn sie ist nach Murphy nicht einmal ansatzweise legitimiert.

Wer hätte am Anfang gedacht, dass sich die Tür der Erkenntnis doch wenigstens soweit geöffnet hat, dass wir einen kurzen Einblick von dem gewinnen durften, was eigentlich schon immer gewusst, nur nie in dem Maße akzeptiert wurde, dass alles zu Guter letzt doch schief geht.

Eine Frage die sich in diesem Zusammenhang natürlich stellt, ist warum dann aber doch etwas gelingt? Wir haben es hier mit Murphys Gesetz zweiter Ordnung zu tun, denn wenn etwas jetzt funktioniert, dann nur deshalb, damit später etwas noch schlimmer schief gehen kann. Damit wäre auch in letzter Instanz bewiesen, wohin alles strebt – zur Zerstörung, des Organismus, der Welt oder des Universums. Damit schließt sich auch der Anti-Paradiesbeweis an, der damit erbracht wird, dass das Himmelreich genau aus dem Grund nicht existiert, da es einen Zustand vollkommener Glückseligkeit bedeuten würde und dies ist, wie soeben gezeigt wurde, in unserem Universum nicht möglich.

 


[1] Murphys Gesetz

[2] Aus dem griechischen apodeiktikos : beweiskräftig

[3] the answer to life, the universe and everything, aus Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams.

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