Das Leben ist beliebig – na und!

Mal angenommen man existiert auch als erkennendes Wesen, dessen Wahrnehmung nicht durch den Konsum vollkommen beeinträchtigt ist, was wird man dann unweigerlich feststellen müssen? Nun Tyler Durden fand in diesem Zusammenhang sehr treffende Worte, als er es wie folgt auf den Punkt brachte:

Ihr seid keine wunderschönen Blumen, keine einzigartigen, wunderbaren Schneeflocken! Ihr seid alle Teil einer verwesenden Biomasse. Ihr seid der singende und tanzende Abschaum der Welt!

Sicherlich mag man jetzt denken, wie kann man nur zu solchen Ansichten kommen? Vielleicht liegt es einfach an der Fähigkeit seine Existenz zu reflektieren oder es ist einfach das leise flüstern in unserem Kopf, was uns diesen Ausspruch nicht anzweifeln lässt. Man kann durchaus auch anderer Ansicht sein, doch habe ich auch schon bewiesen das es durch Murphy keine besseren Menschen geben kann, doch sollten wir uns davon entmutigen lassen? Nun sicher nicht, denn es kann immer noch eine freudige Überraschung warten, auch auf einen Pessimisten oder möglichweise nur? Bei aller hinreichender Betrachtung fällt allerdings auf, dass die Basis für eine eher positive Weltsicht zu fehlen scheint. Erstaunlich hingegen ist, dass eben Tyler auch darauf eine Antwort weiß, nicht so, dass man sofort sieht in welche Richtung man sie deuten muss, sondern einfach nur um sie zuerst einmal wirken zu lassen: Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun.

Nur was müssen wir verlieren? Jeder muss wohl für sich entscheiden, welche Illusion vom Leben die ist, die den Weg auf den Nullpunkt verhindert, dennoch kann festgehalten werden, dass eine sehr grundlegende Erkenntnis den Anfang machen muss – Das Leben ist beliebig!

Was genau ist damit gemeint, nun wenn wir alles maximal abstrakt betrachten, dann zeigt sich sehr grob folgender Wesenszug. Zum einen können alltägliche Bedürfnisse des Menschen bis zu einem gewissen Grad substituiert werden, heißt also, dass das Minimum Nahrung, Flüssigkeit, Kleidung sowie Sauerstoff ist. Danach folgen alle Luxusbedürfnisse, wie eben alles was noch übrig bleibt, eben auch andere Menschen. Sie sind austauschbar, einfach weil es genügend von ihnen gibt, die auch annähernd dieselben Eigenschaften aufweisen. Fällt jemand weg, sucht man sich jemanden anderes, ganz nach dem Motto von Stephen King in The Stand – kgV (kein großer Verlust)!

Es stimmt schon, als Nietzsche meinte, der Rest sei nur die Menschheit, denn es sind die Überflüssigen, die in der Mehrzahl einzig dafür existieren, damit Murphys Gesetz seine Richtigkeit behält. Unglaublich die ganzen Parallelen, damit ist meine Theorie besser als jeder Verschwörungstheorie, denn die scheitert meist an der Realität oder an den Vorstellungen wie denn die Welt angeblich zu sein haben müsse, damit Thema A oder B eine Daseinsberechtigung aufweist.

Am Ende dieser Erkenntnis, was liegt da noch vor uns? Doch nur noch die schleichende Gewissheit, dass am Ende der Illusion die Welt auf uns wartet, die wir nicht wahrhaben wollen. Es klingt fast paradox, aber die Viel-zu-Vielen haben dann nicht die Freiheit gewonnen zu Leben wie so möchten, sondern sie haben erkennen müssen, dass alles ein konsequenter Selbstbetrug war. Wohl denen, die sich glücklich schätzen können, eben genau dies nicht getan zu haben, sie gewinnen die Freiheit wirklich alles zu tun. Denn in einer Wahrnehmung des Unausweichlichen, verleiht die Erkenntnis, dass alles beliebig ist – die Freiheit, die Welt so zu nutzen, wie man es für richtig hält – einfach so. Noch nicht einmal die Moral ist dann dazu in der Lage hier an das Gewissen zu appellieren, denn auch diese den Dingen zu Grunde liegenden Anforderungen und Wünsche sind zwar abgesprochen mit der Gesellschaft, aber in Summe rein beliebig.

Einen Gedanken zum Schluss: Die Philosophie kann nicht ergründen, ob es etwas absolut GUTES gibt, aber sie ist sich seit Kant sicher, dass es das nicht geben kann – willkommen Welt, hier fängt die Beliebigkeit an.

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