Wenn der Schmerz zum Gedanken und der Gedanke zum Schmerz wird

Man könnte sagen, dass es jetzt schon ewige Zeiten her ist, seit dem ich diese Achterbahnfahrt mitgemacht habe. Es sind immer diese fixen Momente in denen man glaubt die Unendlichkeit für einen kurzen Moment, für sich zu verbuchen und doch sitzt man nur einem Fehlschluss auf. Er ist von der Art, dass versucht wird eine Kausalität zu finden, mit der sich rechtfertigen lässt, was man als nächstes zu tun gedenkt. Ein hartes Wort dafür ist „Selbstbetrug“ ein weniger hartes wäre vielleicht „mangelhafte Wahrnehmung“. Ich möchte bei Letzterem bleiben, denn es gibt dem ganzen Problem noch etwas Schönes. Schönheit in der Form, dass man nie ganz sagen kann „die Schuld liegt einzig und allein bei diesem oder jenem“.

Doch worum ging es mir ursprünglich, als ich mit der Achterbahn anfing? Es ist das Gefühl, dass uns die Streiche unseres Lebens spielt. Dabei ist es nie fair oder gar gerecht, manchmal verweilt es kurz und zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort, weiß man nicht zu sagen, ob es jemals wieder verschwindet. Es ist wie die besagte Achterbahn, auf der es mal rauf und mal runter geht und leider kommt viel zu oft zu Unglücken mit tragischem Ausmaß.

Doch diese Unglücke sind bei Gefühlen nur im Geiste, doch was wird wenn diese auch einen körperlichen Schmerz auslösen? Stellt sich die Frage, von welcher Art ist der Schmerz? Ist er nur ein flaues Gefühl im Magen mit zeitweiligem Unbehagen oder beginnt er das Leben unerträglich zu machen, weil jeder Kontakt mit einem Katalysator das innere Wesen zum zerreißen bringt? Man kann mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass auch der körperlich gefühlt Schmerz, der so hervorgerufen wird, im Endeffekt auch nur auf Nerven und Neuronen zurückgeht, aber er bleibt eben nicht mehr im Kopf, sondern macht unser Leben zur Hölle.

Andersherum ist es genauso, denn wenn man erst einmal über gegangen ist, von der Phase des Gefühls zur Phase der „Taubheit“, ist alles woran wir uns erinnern der Schmerz. Er frisst uns teilweise zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit auf, doch es ist meist nur ein kurzer Moment in dem wir heftig erbeben und danach folgt der Tag dem Vorigen.

Man könnte sagen, das Leben straft und mit absoluter Beliebigkeit, wenn es darum geht über etwas hinweg zu kommen. Beliebigkeit in der Form, dass es vollkommen egal ist, was wir tun, wohin wir uns wenden, es ändert sich nur etwas durch die Amnesie.

Nun steh ich hier vor meinem ganz eigenen Problem, ich kann nicht sagen ob ich richtig oder falsch liege, ich kann noch nicht einmal den Schaden vom Nutzen sondern. Alles was ich kann, ist es eine falsche Entscheidung zu treffen, die entweder für mich (weil ich sonst nie eine Antwort bekommen würde) oder für sie (weil dann etwas zerbrechen könnte, was über die Zeit gewachsen ist) zu einer ungeahnten Wendung führt.

Hier und jetzt ist es Zeit sich selber einzugestehen, wie weit man gehen möchte. Es gehört auf jeden Fall die Erkenntnis dazu, dass die Chance auf ein „Happy End“ schon kaum mehr messbar ist, aber sie ist da. Wäre es der richtige Weg zu sagen „ich gehe diesen und jenen Irrweg nur um das Glück zu finden“ – ich habe mich heute genau dazu entschieden. Man muss sich ab und an einfach selbst treu sein, um nicht später einmal sagen zu müssen „hätte ich nur“.

Auch wenn mein Unterfangen scheitern sollte und der Schmerz noch größer wird, bleibt mir immer noch die Möglichkeit, einfach fort zu gehen, auf das ich niemals wieder ward gesehen. Für all jenen die jetzt sagen könnten, weglaufen ist auch nur eine Form der Feigheit vor sich selbst, denen sei gesagt, je mehr im Inneren auseinander bricht, umso eher ist Feigheit, die letzte Chance noch etwas von sich zu retten.

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