Nichts ändert sich jemals bei der Deutschen Bahn (DB), am allerwenigsten der Service.

Das Problem des sich Verlassens auf etwas oder jemanden ist so alt, wie die Menschheit selber, dennoch geht es sicherlich den meisten Menschen so, dass in einer Zeit die technisch ein gewisses Maß an Spezialisierung und Professionalisierung erreicht hat, gewisse Dinge einfach unnötig sind. Zu diesen Dingen gehört allen voran die Nicht-Orientierung auf den Service. Nicht etwa weil dies unabdingbar ist damit Prozesse funktionieren, sondern vielmehr, weil man dem Involviertem das Gefühl vermittelt, nicht nur ein Ding zu sein. Diese Unstimmigkeit ist allerdings bezeichnend für ein so global operierendes Unternehmen, wie die Deutsche Bahn. Nicht nur das sie überall auf der Welt in Logistikkonzerne einsteigen und selbst einer sind, sie betrachten auch den Transport von Menschen einzig unter diesem Gesichtspunkt – so scheint es jedenfalls.

Die konsequente Vernachlässigung der Passagiere bleibt indes ohne Folge, wohl leider aus Mangel an Alternativen. Doch wie kann es sein, dass ein Monopolkonzern für Beförderung und Logistik, die ihm übertragene Aufgabe: Die Beförderung von Menschen, so katastrophal ausführt? Freilich nicht katastrophal für den Konzern, sondern einzig für die Passagiere. Diese fühlen sich gerade in den hochmodernen ICEs nur solange wohl, wie „Durchschnittswetter“ herrscht, danach geht es zu wie in einem Deportationszug – einziger Unterschied: am Ende wartet kein Vernichtungslager, sondern das Reiseziel. Der Vergleich hinkt evtl. etwas aber auch nur, weil die Fenster nicht mehr vergittert sind und die DB dem Passagier grundsätzlich nicht böses will – hofft zumindest die Öffentlichkeit. So sind dann auch die Zustände mit ausgefallenen Klimaanlagen, eher als Zusatzoption im Portfolio zuverstehen, wo ist schon eine Saunanutzung in der Zugfahrkarte inbegriffen oder die Dauerabkühlung für überhitzte Gemüter auf um die 18°C, bei einem Temperaturunterschied von 12K zur Sommerfrische außerhalb des Zuges?

Den Meisten wird sicherlich diese Art des Humors fremd sein. Dennoch wäre es doch wünschenswert, dass wenigstens das Personal für Linderung dieser Verhältnisse sorgt? Schließlich ist diese Art der Zumutung selbst verschuldet, denn durch die Verminderung der Reparaturdocks für die ICEs, die natürlich aus Effizienzgründen und um die Rendite zu steigern, weichen mussten, wär es doch ein leichtes dies durch geschultes Personal auszugleichen. Das schafft Arbeitsplätze, weil trotz aller Querelen sich die Passagiere gut betreut fühlen und gleichzeitig mehr Coachs eingestellt werden müssen, um das jetzige, schon nur noch als servicedesolat, zu bezeichnende Personal an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Doch diese Überlegungen sind der DB anscheinend fremd, stattdessen sieht sie einen zu befördernden Passagier weiterhin als Gegenstand an, der nicht unbedingt pünktlich und wohl temperiert an seinem Bestimmungsort ankommen muss, es reicht wenn dieser am Ende DA ist – gemeint ist hier „am Leben“.

Vielleicht kann man der DB aber auch keinen Vorwurf machen, schließlich ist ein durch Technokraten geleitetes, um Subventionserhaltung bemühtes und gleichzeitig jeden Widerstand auszuschaltendes Unternehmen nicht fähig ein paar Grundüberlegungen des Humanismus in den täglichen Arbeitsablauf einfließen zu lassen. Wobei sich womöglich einiges ändern würde, viele der Monopolstatus weg, wie bei der Deutschen Post. Doch das sind alles nur Wunschgedanken, eines leiderprobten Reisenden, der weder eine Fahrkarte im Zug kaufen, noch in ausreichendem Maße höflich Auskunft erstattet bekommt oder dem wenigstens jegliche Verspätung ab 10 Minuten angemessen ersetzt wird.

Seien wir doch alle froh, dass die Vernichtungslager nicht mehr am Ende der Strecke warten und ergeben uns in die Gnade doch irgendwie anzukommen. Amen…

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