Wirre Gedanken aus dem Leben eines ITlers – Heute: Tablets

Wer hätte das gedacht, dass auch übergroße und unhandliche Smartphones mal so einen Siegeszug antreten würden? Tja ich jedenfalls nicht sofort, schließlich gab es die Bestrebungen Tablets zu etablieren schon zu XP-Zeiten. Wir erinnern uns, dass was das Betriebssystem das am 25. Oktober 2001 auf den Markt kam und noch heute in Unternehmen im Einsatz ist, schließlich wurde das Support-Ende auf 2014 festgesetzt. Die Tablets von damals waren überwiegend unbezahlbar, schließlich lag die Zielgruppe nicht im Bereich der wohlhabenden Mittelschicht, sondern bei Unternehmen. So verwundert es nicht, dass wir hier von knapp 3000€ im Jahr 2005 sprechen. Heutige Modelle sind dagegen fast billig mit Preisen von lediglich 600-1000€ für ein vollwertiges Windows 7 Tablet. Da aber auch noch die alten Tablets im Umlauf sind, wie z.B. bei ebay, habe ich den Selbstversuch unternommen und geschaut, was man für 150-250€ erwarten kann.

Bei dem von mir erworbenen Tablet handelt es sich um ein Fujitsu Siemens Tablet-PC Stylistic ST5021D, welches dem ST5022 sehr nahe kommt, bis auf den 10 Zoll Bildschirm. Aus dem Grund sei dieser Test, des besagten Geräts, als Vorinformation jedem ans Herz gelegt. Ausgeliefert mit Windows XP Tablet Edition 2005 Service Pack 2 und allen Treibern, 2 Akkus, 1 Wacom Digitizer, 512MB Arbeitsspeicher und einer 40GB Festplatte (IDE) startet die Herausforderung!

Rein optisch sollte man keine zu hohen Erwartungen haben, schließlich werden diese Geräte als „generalüberholt“ (refurbished) vertrieben. Kratzer und ein abgegriffenes Äußeres sind also ganz normal. Das soll aber nicht davon abhalten sich mit den „inneren Werten“ dieses Stücks Technik auseinanderzusetzen.

Also externes USB-Laufwerk raus geholt und Windows 7 Home Basic installiert. Hier sei das nützliche Tool „Windows 7 Upgrade Advisor“ jedem ans Herz gelegt, es prüft ob Windows 7 die nötigen Treiber auftreiben kann oder nicht. Dieses Tool teilte mir mit, dass es keinen Treiber für den Intel-855GME-Chipsatz gibt, der auch die Grafikkarte zur Verfügung stellt – war mir aber egal versucht hab ich es trotzdem. Das relativ unrühmliche Ende dieses Test hängt eben an diesem Treiber, denn obwohl man den XP-Treiber installieren kann und dieser auch macht was er soll, beschwert sich Windows 7 über diesen Treiber der keine gültige Windows 7 Signatur aufweist und daher beim nächsten Neustart des Systems automatisch wieder entfernt wird. Im Internet ließen sich zwar Anleitungen finden, dass Problem zu beheben, leider nichts von durchschlagendem Erfolg.😦
Ein Tipp zur Installation: Am Anfang wird der Digitizer noch nicht erkannt, also Maus anstecken – die Tastatur lässt sich problemlos ersetzen, da diese als Bildschirmversion überall zugänglich ist.

Auf zur Linux-Installation: Ubuntu 10.10
Der Beginn der Installation von Ubuntu ähnelt der von Windows 7, mit der einen Ausnahme, dass hier der Digitizer sofort erkannt wird aber eine Bildschirmtastatur erst später aktivierbar ist – also Tastatur bereithalten. Danach geht alles ganz schnell, mit angeschlossenem Internet werden die Pakete aktualisiert und nach erfolgreicher Anmeldung erfolgt die letzte Aktualisierungswelle – hier bekommt man den Hinweis das Ubuntu 11.04 upgradbar ist. Nach einigem rumtesten ergeben sich für die Version 10.10 und 11.04 die gleichen Ergebnisse. Fast alles funktioniert „out-of-box“, einzig das Display wird nicht erkannt und kann deshalb nicht gedreht werden, allerdings lassen es Programme zu den Bildschirminhalt separat zu drehen, eine nicht wirklich schöne Lösung. Selbstverständlich funktioniert die Unity-Oberfläche nicht, dass war aber auch nicht geplant. Noch hervorzuheben ist die Möglichkeit Programme über eine Art „Marketplace“ nachinstallieren zu können ohne sich Windows-typisch überall im Internet Freeware zu suchen.

Allgemeine Betrachtungen:

Akkulaufzeit: (getestet Ubuntu 11.04)
Nach kurzem Test zeigt der Akkustand bei ca. 77% noch 3-4 Stunden an. Scheinbar ist da noch nichts kalibriert und es kann wohl nur soviel als gesichert gelten, dass ein Akku(51WHr) mindestens 3 Stunden PDFs lesen oder Solitär spielen zulässt – bei aktiviertem WLAN & Bluetooth geht es demnach schneller, genauere Daten folgen.

Bildschirm: (Betriebssystem egal)
Es handelt sich um ein 10.4″ XGA TFT Display, welches für innen und außen geeignet ist. Die Auflösung beträgt 1024x768px aber nur eine sehr magere Helligkeit von vielleicht 150 cd/m² (nicht gemessen – nur geschätzt). Einziger Vorteil, je mehr Licht von externen Quellen einfällt – also besonders Sonne – umso weniger muss es selbst strahlen, da es das Licht zur Verstärkung der eigenen Helligkeit einzusetzen vermag. Genauere Tests mit einer Lampe und womöglich störenden Blendeffekten folgen.

Lüfter & Lautstärke: (Betriebssystem egal)
Wie sich jeder ausmalen kann, ist hier die Auslastung des Systems von Belang. Mein Wunschszenario beschränkt sich auf das E-Books lesen und etwas surfen. Erstaunlicherweise meldet sich der Lüfter bei einfachen, schwarz-weiß gehaltenen E-Books sehr selten und dann auch nur auf Stufe 1 (von womöglich 3), was schon in der Straßenbahn oder U-Bahn niemanden mehr auffällt. Alles darüber hinaus ist noch akzeptabel aber nicht mehr leise, dies sollte bei dem angesprochenem Szenario vernachlässigbar sein. Allerdings besteht kein Vergleich zu einem neuartigen Tablet, dass dank ARM-Prozessor in ultra-low-voltage Ausführung auf einen Lüfter komplett verzichten kann.

WLAN, Bluetooth, SD – folgt

back to the roots – forever XP!

Mehr muss nicht gesagt werden, denn kaum ist das Image von XP wieder auf der Festplatte erkennt das Betriebssystem wieder alle Tasten und damit sind auch die des Digitizers gemeint. Die nächste Instanz: das Updaten. Service Pack 3 gibts offenbar nicht für die Tablet-Edition aber 58 andere kleinere Updates (letztendliches ist das SP auch nur eine Updatesammlung). Weiterer erfreulicher Punkt, der Lüfter bleibt die meiste Zeit aus, dass war vorher seltener der Fall.
Jetzt muss nur noch das System ein wenig optisch „optimiert“ und entschlackt und schon können alle noch versprochenen Tests absolviert werden.

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