Ist unser Bildungssystem noch zu retten – vielleicht mit dem Web 2.0?

Diese zugegeben provokante Frage leidet nicht allein unter der suboptimalen Aufteilung der Bildung im Föderalismus, sondern auch an der mangelhaften Finanzierung. Ganz gleich welches Konzept jemand vorbringt, es muss sich immer an diesen beiden Problemen messen lassen – hier ist nun mein Vorschlag.

Das Web 2.0 oder auch „Mitmachweb“ ist im Wesentlichen davon gekennzeichnet, dass eigener Content für jeden erstellbar ist. Diesem Sachverhalt kommt deshalb Bedeutung zu, da im Laufe der Erörterung so ein Weg vorstellbar ist, wie auch mit wenig Geld erste Achtungserfolge möglich sind. Im Kern besteht das Konzept aus dem E-Learning-Ansatz, welcher durch folgenden Aufbau gekennzeichnet ist. Personen nutzen vorgefertigte Inhalte, um sich mit einem Thema auseinander zusetzen und besprechen diese Analyseleistung später in Präsenztreffen mit dem Leiter eines solchen Kurses. Nur wie hilft diese Lernform dem Bildungssystem und den von ihm Betroffenen?

Angefangen in den Schulen, die durch häufige Vertretungsstunden in sämtlichen Schultypen und Fächerkombinationen gezeichnet sind, wäre hier ein Ausgleich für den Ausfall denkbar. Da durch die zunehmende Digitalisierung kaum mehr ein Schüler ohne einen internetfähigen Computer lebt, beziehungsweise so gut wie jede Schule über Rechnerkabinette verfügt, verstreichen hier Möglichkeiten der sinnvollen Nutzung. Durch die Schaffung eines kompletten Lehrplans im E-Learning-Bereich lassen sich drei wesentliche Probleme abmildern:

  1. Krankheit von Schülern oder Lehrern lässt sich leichter auffangen
  2. Lernschwache Schüler wird die Nacharbeit erleichtert
  3. Auch Vertretungslehrer können Schüler in PC-Kabinetten betreuen, während sie am E-Learning teilnehmen, um so eine Ausfallstunde zu kompensieren.

All diese angesprochenen Probleme sind ständige Begleiter im Schulalltag und sorgen nicht selten für verschobene Lehrpläne, weggelassenen Lernstoff und ein unterschiedliches Niveau an Schulen im selben Bundesland und erschweren damit Schulwechsel, wie sie durch Umzüge manchmal unabwendbar sind.

Durch die Einführung einer vorerst in einem Bundesland zentralen Plattform, die über alle Schulsysteme hinweg ein standardisiertes Allgemeinwissen vermittelt, rückt gleichzeitig auch die Gesellschaft dichter zusammen, da dieses System nicht zugangsbegrenzt sein muss. Schließlich wären auch Kurse zur Lese-Rechtschreibschwäche oder weiterer Defizite denkbar. Ein weiterer Schritt bestünde in der Verallgemeinerung der Plattform, die nach einer Pilotphase in womöglich vorerst einem Bundesland, später über eine Auswahlmöglichkeit, die auf die einzelnen Lehrpläne reagiert und den Content zielgruppenspezifisch anzeigt. Der Charakter des Web 2.0 findet an der Stelle Einzug, an der womöglich eine Lehrkraft einen Informationsmangel entdeckt und diesen selbstständig ergänzt. Als Anreiz, diese Ergänzungen aktiv zu betreiben, ist ein Bonussystem denkbar, welches zwar primär dem Erzeuger des Contents aber durch die allgemeine Verfügbarkeit wiederrum allen Nutzern zu Gute kommt.

Schlussendlich hilft dieses Vorgehen nichts, wenn keine ausreichende Evaluation und Qualitätssicherung betrieben wird, welches wiederum durch ein Forum, Nutzergruppen und Voting-Möglichkeiten zu vervollkommnen sind. Hier ermöglicht das System einerseits eine umfangreiche wissenschaftliche Auswertung medienpädagogischer Theorien und andererseits eine Validität der Inhalte.

Auf geht’s!

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