Microsoft Surface RT Nahaufnahme – ein würdiger iPAD 4 Gegner!

surfaceDieser Artikel ist etwas ganz besonderes, denn er entsteht an dem Gerät, über das ich berichte, dem Microsoft Surface RT. Lustiger Weise erkennt die Rechtschreibkorrektur den Begriff „Surface“ nicht, macht aber auch nichts – perfekte Produkte ist man von Microsoft ja noch nie gewöhnt gewesen.

Der erste Eindruck

Beim ersten Auspacken fällt auch auf warum etwas an dem Gerücht der lizensierten Apple Patente dran sein könnte, schließlich ist der magnetische Netzteilstecker eine fast doppelt so große Kopie des Mac-Safe Power-Adapters. Ein Nachteil entsteht dadurch freilich nicht, schließlich punktet MS an anderer Stelle. So wirkt auch dieses „spar“ Surface nicht billig stellt aber auch nicht die Oberklasse dar. Der Grund dafür ist der, dass das RT mit ARM-SoC und nicht wie das Pro mit einem Intel i5 läuft. Ein Vorteil liegt in der überzeugenden Akkulaufzeit von circa 9 Stunden, die Pro Variante kommt dagegen nach ersten Berichten von MS nur auf die Hälfte. Einen Vergleich zum iPad der 4. Generation muss es nach dem ersten Eindruck auch nicht fürchten, die Haptik und Verarbeitung sowie das Display sind wirklich erstklassig.

Meine ersten Gehversuche mit dem Surface

Schwächen machen sich in der Teilumsetzung der Touch-Bedienung bemerkbar, welche auf dem Startbildschirm wunderbar arbeitet, auf dem herkömmlichen Windows-Desktop aber in die Kategorie mangelhaft fällt. Hier gleicht es Windows 7 in vielerlei Hinsicht – schade MS Chance vertan, etwas wirklich Großes umzusetzen. Weiterhin macht sich beim zügigen 10-Fingerschreiben eine leichte Latenz bemerkbar, die womöglich auf das noch nicht vollständig optimierte Office zurückzuführen ist – aktuell läuft hier noch die Preview-Fassung. Berichten im Internet zufolge scheint Windows 8 immer noch nicht so gut mit ARM-SoCs zu arbeiten, wie es das womöglich mit den Intel Pendants tun wird. Auf der anderen Seite weiß das Office Packet jedoch durch sein neues Design durchaus zu überzeugen, alle Ribbons werden ausgeblendet und nur nach einem Touch-Tipp eingeblendet – super gelöst. Gleiches gilt für die Installation von neuen Programmen, seit neustem ja auch hier Apps genannt. Diese benötigen eine MS-ID und ab diesem Zeitpunkt öffnet der MS-Apps-Store seine Pforten und bittet um Einlass, allerdings beschränkt sich das Angebot auf das nötigste und gleicht damit der Smartphone Todgeburt WindowsPhone 7, die mit ähnlichen Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte, sich im mobil Office aber deutlich flüssiger anfühlte, wovon ich mich mit meinem WindowsPhone überzeugen konnte. Die Sache mit den Apps muss einem alten Windows-Hasen erst einmal nahe gebracht werden, schließlich können auf dem RT ab sofort nur noch Apps genutzt werden und keine herkömmlichen Windows-Programme mehr, die bleiben der Pro Version vorbehalten. Wir lassen uns einfach überraschen, wie lange das RT unterstützt wird, sollte es so aussehen, wie aktuell beim WindowsPhone 7 und dessen miserabler Updatepolitik, rate ich ausdrücklich von einem Kauf ab! Bewahrheitet sich dies aber nicht, sehe ich durchaus Potenzial.

Arbeitet am Gerät im Vergleich zum iPad 4

Das Surface RT wirkt auch aus einem weiteren Grund deutlich arbeitsfreundlicher als ein iPad 4, das sich dort eine Scheibe abschneiden könnte, aber was will man von einem Design-Spielzeug auch erwarten o.O? Das RT überzeugt durch die komfortable Nutzung des Windows-Explorers zur Dateiverwaltung, so lassen sich WLAN-Schlüssel komfortabel durch Copy-&-Paste aus einem Dokument von einem USB-Stick kopieren und müssen nicht umständlich händisch eingetippt werden, schließlich nutzt nicht jeder nur 5-stellige Passwörter ohne Sonderzeichen. Die mit dazu zu erwerbende Tastatur – das Type-Cover – vermittelt ein angenehmes Schreibgefühl, wobei der Druckpunkt mitunter etwas schwammig und die Druckfestigkeit der Gesamtkonstruktion durchaus besser sein könnte (Anmerkung: Das Touch-Cover wurde nicht getestet). Da ein Einsatzzweck im mobilen Bereich bzw. auf dem Sofa, der Universität oder als Desktopersatz für wenig PC-Nutzer gedacht ist, will ich das nicht als KO-Kriterium werten. Der Zweck wird auf alle Fälle super erfüllt. Ein weiterer Glanzpunkt gegenüber Apple betrifft die Unterstützung von „artfremden“ Smartphones – mein Samsung Galaxy Note N7000 meldet sich korrekt im Explorer bzw. am Tablet an und ab diesem Zeitpunkt erhält der Nutzer den Vollzugriff über das angeschlossene Gerät. Wer lieber Speicherkarten zum Transport und Austausch nutzt, freut sich sicher köstlich über den verbauten micro SD HC Schacht, der mit 64GB Karten zurechtkommt. Dieser versteckt sich zwar hinter dem in das Gerät integrierten Aufstellbügel und wird daher nicht extra mit einer Kappe verdeckt, dass erscheint auch nicht nötig, da der Bügel bündig und fest schließt und somit wirksam vor Staub schützt. Fotografen aufgepasst, die Abstimmung des Displays erzeugt ein klares und homogenes Bild mit hoher Leuchtkraft und Farbtreue, sodass ein RT ein unverzichtbarer Begleiter zur Bildkontrolle werden könnte. Allerdings könnte die Durchzeichnung in sehr dunklen Bereich noch besser sein, da leistet sich das RT allerdings die gleiche Flapsigkeit wie ein iPad 4, welches auch bei fast schwarzen Bereichen die Details killt.

Die Gestensteuerung

Die Gesten sind recht überschaubar gehalten, bedürfen aber eine kurzen Einführung, da sie sich doch etwas von den typischen Apple-Gesten unterscheiden.

Tippen: Apps funktionieren als 1-Tipp Start – in Apps markiert ein Tipp und ein schneller Doppel-Tipp löst die Zoom-Geste aus. Diese lässt sich aber auch anders bewerkstelligen, dass Schlagwort heißt Pinch-to-Zoom und ist schon bei Android und Apple ewig im Gebrauch, dies erlaubt es mit zwei beliebigen Fingern einen selektiven Zoom auszulösen, bei dem die Vergrößerung je nach Fingerbewegung variiert. Je nach App werden durch diese Geste semantische Funktionen ausgeführt, wie zum Beispiel beim Startbildschirm, der daraufhin ein einfaches Gruppieren der Apps erlaubt.

Halten: ersetzt die rechte Maustaste auf Desktopebene und blendet ein Kontextmenü ein, in der App-Übersicht lassen sich durch Tippen und Halten die Apps verschieben.

Wischen: auf der rechten Seite von außen nach innen wischen öffnet die Menüleiste mit den Funktionen: Suchen, Teilen, Start, Geräte und Einstellungen. Die gleiche Wischbewegung von der linken Seite aus zeigt alle offenen Apps und ermöglicht ein sofortiges auswählen. In Apps selbst stellt die Wischbewegung ein Äquivalent zur Bedienung über die Pfeiltasten dar.

Weitere Wisch-Gesten betreffen das Wischen vom unteren Bildschirmrand nach oben, was in Apps weitere Optionsfelder offenbart sowie die Vom-oberen-Rand-nach-unten-Wisch-Geste die Apps schließt.

Wischen-Deluxe: die bekannte Alt+Tab-Funktion erschließt sich nicht sofort, da hier ein hin-und-zurück Wischen von links in die Mitte und zurück nötig ist. Einmal eingeübt öffnet sich sogleich an der linken Seite eine App-Übersicht zur besseren Auswahl der bisher geöffneten Programme.

Die Windows-Taste, welche eine gewisse Ähnlichkeit zur Apple-Home Taste aufweist wechselt zwischen der aktuellen App oder Desktop und dem Startbildschirm und bei nochmaliger Betätigung auch wieder zurück. Es wird also nichts geschlossen, sondern nur in den Hintergrund verschoben, echtes Multitasking also.

Fazit

Im Endeffekt mach MS vieles richtig und bleibt doch bei manchen Features auf der Strecke, so stört die fehlende Stringenz bei der Umsetzung der Touch-Bedienung doch am Meisten. Einmal erlernt machen die Gesten zur Steuerung hingegen durchaus Sinn und gehen leicht von der Hand und sind damit kein KO-Kriterium für die Nutzung dieses tollen Stück Hardwares. Nicht betrachtet habe ich bewusst eine tiefere Systemanalyse, wie sie Administratoren sicher vornehmen werden wollen, da fallen dann wieder die schon angesprochenen Wechsel zwischen Touch-Windows und Desktop-Windows negativ ins Gewicht. Bleibt man allerdings bei der Überlegung: Anschalten und Los – dann eröffnet sich eine gut durchdachte, wenn auch im Office ein mitunter träges Ansprechverhalten auf ein reges 10-Fingerschreiben. Gleiches gilt für die Notwendigkeit eine MS-ID zu besitzen, welche sicherlich nicht nur für „Produkterbesserungen“, sondern auch für umfangreiche Analysen des Nutzungsverhaltens genutzt wird. Apple lässt da grüßen, aber all das ist eigentlich die logische Konsequenz einer auf Cloud aufgebauten Infrastruktur.

Mein persönlicher Favorit nach diesem Testdurchlauf wäre daher, dass 32GB Tablet ohne Touch-Cover + Type Cover + 64GB microSDXC Card😉

Wertung

Durchdachtes Windows: befriedigend / ausreichend
Touchscreen und Gesten: sehr gut / gut
Qualität in Optik und Haptik: sehr gut
Display: sehr gut
Akkulaufzeit: gut
Arbeitseignung: gut

Gesamtwertung: gut

Preise:

479€ / 499$ – 32GB – nur Tablet
579€ / 599$ – 32GB – schwarzes Touch Cover
679€ / 699$ – 64GB – schwarzes Touch Cover

Touch Cover Farben und Einzelpreise
je 119,99€/$ – Cyan, Rot, Magenta, Weiß

2-Jahres-Garantie + technischen Support -99$ (nur US)

Type-Cover nur in schwarz erhältlich – 129$/129,99€

Technische Spezifikationen

OS

Windows RT; Microsoft Office Home and Student 2013 RT Preview (Word, PowerPoint, Excel, and OneNote). Works exclusively with apps available in the Windows Store.

Exterior

10.81 x 6.77 x 0.37in  // 27,5cm x 17,2cm x 9,3mm
1.5lbs  // 676g
VaporMg casing – Magnesiumlegirung + Gorilla Glass 2.0
Dark Titanium color
Volume and Power buttons

Storage

32GB*, 64GB
*System software uses significant storage space. Available storage is subject to change based on system software updates and apps usage. 1 GB = 1 billion bytes. See Surface.com/storage for more details.

Display

10.6″ ClearType HD Display
1366×768 pixels
16:9 (widescreen)
5-point multi-touch

CPU

Quad-core NVIDIA Tegra 3
2GB RAM

Wireless

Wi-Fi (802.11a/b/g/n)
Bluetooth 4.0 technology

Battery

31.5 W-h

Cameras and A/V

Two 720p HD LifeCams, front- and rear-facing
Two microphones,
Stereo speakers

Ports

Full-size USB 2.0
microSDXC card slot
Headset jack
HD video out port – micro HDMI
Cover port

Sensors

Ambient light sensor
Accelerometer
Gyroscope
Compass

Power Supply

24W power supply

Warranty

1-year limited hardware warranty

Apps (included)

Microsoft Office Home and Student 2013 RT Preview1 (Word, PowerPoint, Excel, OneNote); Windows Mail and Messaging; SkyDrive; Internet Explorer 10; Bing; Xbox Music, Video, and Games

Quelle: Microsoft

2 thoughts on “Microsoft Surface RT Nahaufnahme – ein würdiger iPAD 4 Gegner!”

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