Mobile Betriebssysteme: Android, Windows Phone oder doch Blackberry OS 10?

Welches mobile Betriebssystem soll ich wählen? Diese Frage stellen sich wahrscheinlich Viele noch vor der Frage, welches Smartphone bzw. welcher Hersteller es sein soll. Lässt man Apple außen vor, weil die Produkte je nach Ansatz entweder von der Größe des App-Stores oder vom Preissegment oder aber vom Ego der Nutzer eine Sonderrolle einnimmt, dann bleiben noch folgende Hersteller übrig.

Google:

Android Lollipop
Android Lollipop

– Android erreicht mittlerweile die Version 5.0.2 und es ist noch nicht sicher, wann genau man sich eine flüssige Bedienung nicht mehr mit exorbitant hohen Hardwareanforderungen erkaufen muss. Ein kleines Beispiel aus dem Hause Samsung macht das deutlich: CPU 8 Kerne, 3 GB Arbeitsspeicher, leistungsfähige Grafikeinheit, ein Display zwischen 4 und 6 Zoll mit rund 350 dpi. Akkulaufzeit seit Jahren nicht länger als 2 Tage, sondern eher weniger.

– Android das Schweizer Taschenmesser der mobilen Betriebssystem krankt aber an einem gewaltigen Mangel, der zu 100 Prozent das Verschulden von Google darstellt. Warum haben nicht alle Devices eine einheitliche Software-Version des Betriebssystems? Da Google den Android-Kern nicht einzeln updatebar gemacht hat, sondern diesen nur zusammen mit den Launchern der Hersteller als festes Paket auf die Smartphones gelangt, müssen auch die Hersteller die Android-Updates nach der Freigabe durch Google in ihre eigenen System einbinden und für die Nutzer freigeben. Da aber die Lebensdauer der Android-Smartphones so kurz ausfällt, interessierte ein stetiges Updaten bisher weniger. Da aber mit CyanogenMod ein Garagenprojekt zum ernsthaften Anbieter für angepasste Android-Versionen den Markt betreten hat, können nun auch etablierte Hersteller wie Sony oder Samsung nicht mehr anders, als Updates zu liefern und zerstören damit die oft einzige Rechtfertigung für ein neues Smartphone.

CyanogenMod
CyanogenMod

– CyanogenMod ist nur eines von vielen Android-Projekten und soll nur als bekanntestes Phänomen genannt werden, welches stellvertretend für die Linux-Welt steht. Sicherlich ist Vielfalt kein Schaden, wenn es um Innovationen geht, allerdings zerstört Vielfalt meist sehr schnell die Übersichtlichkeit und somit das einheitliche Nutzererlebnis. Diesen Grund führen die großen Hersteller auch an, um ihre verschiedenen Launcher auf ihre Geräte zu bringen und nur sehr selten ein natives Android auszuliefern, da es der Identität schadet. Interessant ist, das unausgereifte und schlecht optimierte Software dem Nutzergefühl zuträglich ist aber davon müsste ein anderer Beitrag handeln, um dies noch weiter auszuführen.

Blackberry:

BLACKBERRY 10 OS
BLACKBERRY 10 OS

– Blackberry OS 10.3.1 wird bisher nur für das Passport und das Porsche-Q10 angeboten und soll erst Q1 2015 für Z10/30, Q5/10 und Classic folgen. Der Kern des OS ist natürlich ein Android, welches mit einem neuen Launcher gepaart wurde. Besonders zu loben ist der Nachrichten-Hub, welcher alle eingehenden Nachrichten vereint. Besonders hart muss ich die extrem mangelhafte Unterstützung für Android-Apps brandmarken. Sicherlich ist es nicht besonders schwer Android-Apps für Blackberry zu portieren aber wer sollte sich diese Arbeit schon machen bei einem Marktanteil von vielleicht einmal 1%? Alternative App-Stores lässt das System zwar zu, allerdings nicht den Playstore, den muss der Anwender umständlich über ein Derivat hinzufügen. Dies nennt sich SNAP und muss über einen Sideload als BAR-Datei übertragen und installiert werden.

– Der größte Pluspunkt bleibt aber die Tastatur bei den Modellen Q5/10 und Passport, die sowohl vom Druckpunkt als auch vom Schreibgefühl überzeugen kann, alles andere hingegen ist Durchschnitt und so auch aus dem Android-Lager bekannt. Dennoch bleibt einige Verwunderung über genau diesen Zustand zurück. Denn warum sollte nicht auch Samsung oder HTC eine echte Tastatur unter ein Smartphone bauen, so wie es Dell mit dem WP7.5 Venue Pro schon vorgemacht hat? Ein Patent auf solch eine Konstruktion scheint jedenfalls unwahrscheinlich, da früher in der „Vor-Smartphone-Epoche“ alle Telefone mit Tasten unter dem Display versehen wurden – Touchscreens gabs ja noch nicht.

Windows Phone – bald wieder „Windows Mobil“:

Windows Phone
Windows Phone

– Windows Phone startet mit Version 7 und der PC-Software Zune. Es bekam einige Updates und als sich so etwas wie eine Marktakzeptanz gebildet hatte, ließ es Microsoft mit dem Hinweis sterben, dass es nicht möglich sei, den OS-Kernel zu updaten. Im gleichen Atemzug erblickte Window Phone 8 das Licht der Software-Welt und wurde als neue Option dem Nutzer angepriesen, der mit dem Neukauf eines Gerätes einherging, welches damals noch im Falle der Lumias von Nokia stammte. Durch einen klugen Schachzug installierte Microsoft im Nokia-Vorstand Stephen Elop, der als trojanisches Pferd die Übernahme durch Microsoft vorbereiten sollte. Der Erfolg gibt ihm Recht und so wechselte die ganze Mobil-Sparte von Nokia an Microsoft, für einen lächerlich kleine Betrag von 7,2 Mrd. Dollar und das inklusive aller wichtiger Patente die Microsoft stetig an Google lizenziert, da Android nicht ohne auskommt. Aus diesem Grund gab es auch nie ein Nokia Lumia mit Android, was sicherlich kein ganz kluger Schachzug gewesen ist.

– Windows Phone vollzog damit den Neuanfang und erreichte bisher die Version 8.1 und soll auch im Zuge des Windows 10 Release 2015 auf diese Version geupgradet werden. Von diesem Service sind allerdings nur die Microsoft Lumias betroffen, da andere Hersteller schon mit dem OS WP abgerechnet zu haben scheinen. Hier liegt der Apple-Vergleich nahe, denn vor allem die Marken Surface und Lumia genießen in der Bevölkerung ein hohes Ansehen und präsentieren sich in einem unverwechselbaren Design, sodass diese sowohl als Premium- und Budget-Marke funktionieren und bisher keine Qualitätsmängel bekannt geworden sind. Im Gegensatz zu Android sieht man sich bei Microsoft ebenfalls gezwungen, stetig Updates und Features zu liefern und diese ähnlich wie bei der Nexus-Serie von Google auf dem neusten Stand zu halten. Dies stärkt nicht nur das Vertrauen des Konsumenten, sondern sollte als Mindestmaß dessen gelten, was in Bezug auf Sicherheit und Kundenfreundlichkeit jeder Hersteller bieten sollte. Daher mein Lob für diese Leistung, auch wenn sie womöglich nur dazu dient die Marktanteile zu steigern.

Statistik zu den Marktanteilen:

Smartphone Statistik 2014
Smartphone Statistik 2014
Smartphone Statistik Zahlen September 2014
Smartphone Statistik Zahlen September 2014

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